Blätterteig selber machen
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Du hast schon immer davon geträumt, deinen Blätterteig selber zu machen, dich aber nie wirklich getraut? Dann bist du hier genau richtig! Du bekommst das Grundrezept für einen traditionellen Blätterteig, und zwar mit Bildern und all meinen Tipps, damit er dir auf Anhieb gelingt. Du wirst sehen, es ist viel einfacher, als man denkt und das Ergebnis ist es wirklich wert.
Inhaltsverzeichnis
Ein paar Worte vorab
Lange Zeit habe ich fertigen Blätterteig gekauft, ohne groß darüber nachzudenken. Eines Tages beschloss ich dann, ihn selbst zu machen … und das war die Offenbarung: Der Geschmack, die Konsistenz, die Knusprigkeit … kein Vergleich zu dem gekauften Blätterteig!
Seitdem gibt es für mich kein Zurück mehr! Das Beste daran: Mit diesen Blätterteig-Grundrezept bekommst du zwei Portionen à ca. 300 g – perfekt, um eine gleich zu verwenden und die andere für später einzufrieren.
Und wenn du etwas Zeit sparen willst -wie bei meinem Rezept für selbstgemachte Croissants- lege den Teig zwischen zwei Runden ins Gefrierfach, damit der Teig schneller durchkühlt, 10 bis 15 Minuten reichen völlig aus! So ist es ist viel praktischer. Ich empfehle dir wirklich, den Artikel unbedingt bis zum Schluss zu lesen, denn du findest gleich nach dem Rezept jede Menge Tipps von mir!
Rezeptkarte
Blätterteig selber machen
Zutaten
Tempera :
- 400 g Mehl
- 6 g Salz 1 Teelöffel
- 200 ml Wasser
- 50 g Butter
Touragebutter :
- 200 g Butter
Anleitungen
Schritt 1: Den Teig vorbereiten
- Das Mehl in eine große Schüssel geben oder direkt auf die Arbeitsfläche. In der Mitte eine Mulde formen, dann nach und nach Wasser und Salz zufügen. Die weiche Butter in Stücke schneiden und dazugeben.
- Mit den Fingerspitzen (oder der Küchenmaschine) vermengen, bis ein homogener, fester Teig entsteht
- Eine Kugel formen, ein Kreuz oben einschneiden, in Frischhaltefolie wickeln und für mindestens 30 Minuten (oder über Nacht) in den Kühlschrank legen.
Schritt 2: Die Butterplatte vorbereiten
- Die kalte Butter in Würfel schneiden und in die Mitte eines großen Stücks Backpapier legen.
- Das Backpapier über der Butter zusammenfalten, sodass ein quadratischer Umschlag von etwa 20 x 20 cm entsteht. Mit einem Nudelholz flach drücken, um die Butter gleichmäßig in dem Teig zu verteilen.
- Anschließend für 30 Minuten kalt stellen oder für 15 Minuten ins Gefrierfach legen, um Zeit zu sparen.
Schritt 3: Erste einfache Runde durchführen
- Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und die Arbeitsfläche leicht bemehlen. Mit den Fingern entlang der Kreuz-Einkerbung flach drücken, dabei die Teigmitte dicker lassen.
- Zu einem Rechteck von etwa 40 x 20 cm ausrollen. Die Butterplatte mittig darauflegen.
- Beide Seiten des Teigs über die Butter klappen.
- und die Ränder gut verschließen.
- Den Teig um Einviertel drehen (90 °), um die erste einfache Faltung zu machen.
- Wieder zu einem Rechteck von etwa 40 x 20 cm ausrollen, dann wie ein Großbrief in drei Teile falten (siehe Bild).
- In Frischhaltefolie einwickeln und für 30 Minuten kühl stellen (oder für 10-15 Minuten ins Gefrierfach stellen).
Schritt 4: Die zweite doppelte Runde machen
- Den Teig wieder vor sich legen (wie zuvor), dann um 90 ° drehen. Jetzt eine doppelte Faltung machen (siehe Bild).
- Den Teig zu einem Rechteck von etwa 60 x 20 cm ausrollen.
- Jeweils ein Viertel der Seiten zur Mitte hin klappen.
- Dann den Teig in der Mitte zusammenfalten. Wieder in Frischhaltefolie wickeln und erneut für 30 Minuten kühl stellen.
Schritt 5: Die dritte einfache Runde machen
- Noch einmal um Einviertel drehen. Den Teig ein letztes Mal zu einem Rechteck von 40×20 cm ausrollen. Wie bei der ersten Runde dreimal falten.
- Den Teig ggfs. halbieren, in Frischhaltefolie wickeln und im Kühlschrank lagern oder direkt verwenden. Du kannst die zweite Hälfte für später einfrieren.
Video
Notizen
- Arbeite immer schnell, damit die Butter kalt bleibt.
- Niemals mit Gewalt rollen: Wenn du einen Widerstand spürst, muss der Teig ruhen.
- Die Arbeitsfläche zwischen den einzelnen Runden leicht, aber nicht übermäßig mit Mehl bestäuben.
- Du kannst den Teig mit den Fingern markieren, um sich an die Anzahl der Runden zu erinnern, die du bereits gemacht hast.
Nährwerte
Die richtigen Zutaten für einen perfekten Blätterteig
Du wirst sehen, die Zutaten sind ganz einfach. Wichtig ist nur, auf einige Details achten, damit der Teig schön aufgeht.
- Mehl: Ich verwende Weizenmehl Typ 550, ideal für Teige. Aber auch Typ 405 (feiner) oder Typ 1050 (rustikaler) funktionieren gut.
- Butter: Das Herzstück des Rezeptes. Du brauchst sie zweimal: für den Teig und für die Butterplatte. Nimm ungesalzene Butter mit einem Fettgehalt von 82 % (auf keinen Fall fettreduzierte oder leicht streichfähige Butter, sie läuft beim Backen aus).
- Wasser: Kaltes Wasser ist ideal, damit die Butter nicht schmilzt.
- Salz: Salz spielt eine wichtige Rolle beim Backen.
Meine Tipps, damit der Blätterteig garantiert gelingt
Ein paar Tipps habe ich immer im Kopf, wenn ich Blätterteig selber mache. Ich empfehle dir, sie während des gesamten Rezeptes unbedingt zu beachten, wenn du ein gleichmäßiges, knuspriges und goldbraunes Ergebnis erzielen willst.
- Die richtige Temperatur des Teiges: Das ist das A und O. Dein Teig sollte weder zu heiß noch zu kalt sein. Wenn er am Nudelholz klebt oder sich beim Ausrollen zusammenzieht, ist er zu warm: Lege ihn dann für ein paar Minuten in den Kühlschrank. Wenn er zu hart ist und sich nicht ausrollen lässt, ihn für einige Zeit bei Zimmertemperatur ruhen lassen, bevor du weitermachst.
- Den Teig sanft behandeln: Drücke niemals zu fest mit dem Nudelholz. Wenn du zu stark drückst, wird die Butter zerdrückt oder reißt durch. Das ist zwar nicht schlimm, aber der Teig wird weniger blättrig. Lieber leicht drücken, mehrfach ohne großen Druck hin- und herrollen und ggfs. die Temperatur des Teiges anpassen.
- Ruhezeiten einhalten: Die Ruhephasen sind essentiell: Sie geben dem Teig Zeit, sich zu entspannen und der Butter, wieder fest zu werden. Wenn du zu schnell arbeitest, ist der Teig nur schwer zu verarbeiten und verliert beim Backen seine Blätterstruktur. Nimm dir Zeit, es lohnt sich wirklich.
- Arbeitsfläche leicht bemehlen: Nur so viel Mehl verwenden, dass der Teig nicht klebt. Zu viel trocknet den Tei aus. Überschüssiges Mehl vor dem Falten ruhig abklopfen.
- Blätterteig richtig backen: Den Ofen immer gut vorheizen – mit hoher Temperatur (zwischen 180 und 210 °C). Bei zu niedriger Hitze geht der Teig nicht richtig auf und die Butter im Teig schmilzt, anstatt die Schichten aufzubauen.
Was man mit selbstgemachtem Blätterteig machen kann?
Sobald du deinen selbstgemachten Blätterteig vorbereitet hast, wirst du merken: Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, ihn zu verwenden. Ob süß oder herzhaft, er ist eine extrem vielseitige Basis, die jedes Rezept in etwas Knuspriges und Köstliches verwandelt.
Herzhafte Variante :
- Herzhafte Tartes: Probiere zum Beispiel meine Spargel-Ziegenkäse-Tarte oder meine Tarte Tatin de Poireaux.
- Blätterteig-Häppchen zum Aperitif: Würstchen im Teigmantel, Käse-Twists, Pestoschnecken…
- Kleine herzhafte Teigtaschen: wie meine Feuilletés Chèvre et Pommes, perfekt für ein Picknick oder einen Fernsehabend.
Süße Variante :
- Dreikönigskuchen (Galette des rois): das perfekte Rezept, um deinen selbstgemachten Teig zur Geltung zu bringen!
- Zucker- oder Zimtpalmiers: Super einfach aus Teigresten herzustellen.
- Französische Apfel-Tarte: einfach und immer elegant, besonders mit einem gut geblätterten Teig.
- Apfelrosen: ein hübsches Dessert aus Äpfeln und Blätterteig!
Du kannst auch einen Teil deines Blätterteigs einfrieren, damit du immer etwas zur Hand hast. Das ist sehr praktisch für ein spontanes Dessert oder einen Last-Minute-Aperitif.
Häufig gestellte Fragen: Blätterteig selber machen
Croissantteig enthält Hefe (damit der Teig aufgeht) und etwas Zucker, im Gegensatz zum klassischen Blätterteig. Die Technik mit den Runden ist sehr ähnlich.
Selbstgemachter Blätterteig hält sich 2 bis 3 Tage im Kühlschrank, gut in Frischhaltefolie verpackt.
Ja problemlos! Einfach gut einpacken (z.B.: In einen Gefrierbeutel) und nach den Runden roh einfrieren. Zum Verwenden, einfach mehrere Stunden im Kühlschrank auftauen Lassen.
Auch wenn ich ungesalzene Butter empfehle, kannst du auch pflanzliche Margarine (zum Backen geeignet) verwenden, etwa für veganes Rezepte. Das Blätterteigergebnis wird etwas anders, aber es funktioniert trotzdem.