Coq au Vin – das französische Originalrezept
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Coq au Vin ist eines dieser französischen Gerichte, das immer gut ankommt – sogar unter der Woche. Denn es ist viel unkomplizierter, als viele denken. Genau so koche ich ihn seit Jahren zu Hause: klassisch, aromatisch und ganz ohne komplizierte Schritte. Heute zeige ich dir mein klassisches Rezept und teile alle Tipps, damit dir dieses französisches Coq au Vin gleich beim ersten Mal gelingt.
In diesem Artikel
- Meine Tipps, damit Coq au Vin beim ersten Mal gelingt
- Mein Rezept für Coq au Vin
- Diese Zutaten brauchst du für einen klassischen Coq au Vin
- Mein Tipp für das richtige Hähnchen
- So bereite ich Coq au Vin Schritt für Schritt zu
- Mit diesen Beilagen essen wir Coq au Vin in Frankreich
- Warum ich Coq au Vin am liebsten einen Tag vorher zubereite
- FAQ
- Mehr Französische Klassiker
Als ich nach Deutschland gekommen bin, war ich ehrlich gesagt überrascht, dass fast alle diesen eher rustikalen französischen Klassiker kennen: Coq au Vin. Später habe ich dann verstanden, warum: Es gibt den Film „Kokowääh“, der nach genau diesem Gericht benannt ist – und dadurch wurde es hier plötzlich unglaublich populär! 😆
Meine Tipps, damit Coq au Vin beim ersten Mal gelingt
Ich erkläre gerne: Coq au Vin ist gewissermaßen die Geflügel-Variante des berühmten Bœuf Bourguignon! Die Technik ist fast identisch. Damit es dir perfekt gelingt, brauchst du eigentlich nur zwei Dinge: ein bisschen Geduld und gute Zutaten. Meine fünf wichtigsten Tipps helfen dir dabei:
- Fleisch ausreichend marinieren: Auch wenn man diesen Schritt theoretisch überspringen könnte, lasse ich das Fleisch immer mindestens 2 Stunden – am liebsten über Nacht – in der Marinade ziehen. Die Säure im Rotwein macht es besonders zart und gibt dem Gericht schon vor dem Schmoren ein intensives Aroma.
- Einen gusseisernen Bräter (Cocotte) verwenden: Das Gusseisen speichert die Hitze perfekt, verteilt sie gleichmäßig und hält alles da, wo es hingehört – im Topf. Außerdem kannst du ihn direkt vom Herd in den Ofen schieben. Wenn du keinen Bräter hast, ist das aber kein Problem: Lass das Huhn einfach sanft auf dem Herd schmoren – das funktioniert genauso gut.
- Der wichtige Bratenansatz: Speck und Hähnchenteile unbedingt schön braun anbraten. Der Bratenansatz am Boden des Bräters ist es, der der Sauce nach dem Ablöschen ihre Tiefe verleiht.
- Coq au Vin langsam schmoren lassen: Am besten ganz ohne Zeitdruck etwa 1,5 Stunden im Ofen.
- Gargrad prüfen: Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, stecke am Ende der Garzeit ein Fleischthermometer in die dickste Stelle. Bei etwa 74 °C ist das Huhn saftig und zart – genau so, wie ich es liebe.
Mein Rezept für Coq au Vin
Französischer Coq au Vin, leicht gemacht
Kochutensilien
- 1 Schmortopf groß
Zutaten
- 1,8 kg Huhn oder 4-6 ganze Keulen oder 6-8 entbeinte Oberkeulen praktische Version zum Servieren
- 75 cl Rotwein Pinot Noir, Languedoc oder Côte du Rhône
- 3 Möhren in dicke Scheiben geschnitten
- 1 Zwiebel gehackt
- 3 Knoblauchzehen ganz und zerdrückt
- 5 Zweige Thymian frisch
- 2 Lorbeerblätter
- 250 g Speckwürfel
- 1 EL Tomatenmark
- 3 EL Cognac zum Flambieren oder Ablöschen
- 2 EL Mehl
- 375-500 ml Geflügelfond
- Salz, Pfeffer
Für die Füllung
- 250 g Champignons geputzt und geviertelt
- 6 Schalotten halbiert, oder 12 Perlzwiebeln
- 2 EL Olivenöl
- 30 g Butter
- 1 EL Speisestärke und 30 ml kaltes Wasser um die Sauce zu binden
Anleitungen
Am Vortag marinieren
- Das Huhn mit 250 ml Rotwein, den Möhren, dem Knoblauch, der kleingeschnittenen Zwiebel, dem Thymian und dem Lorbeerblatt in eine große Schüssel geben. Abdecken und 12 bis 24 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.
Zubereitung
- Das Hähnchen abtropfen lassen und mit Küchenpapier gut trocken tupfen. Salzen und pfeffern. Die Marinade durchsieben, die Flüssigkeit, das Gemüse und die Kräuter beiseite stellen.
- Die Speckwürfel in einem großen Schmortopf bei mittlerer bis starker Hitze anbraten. Gut bräunen lassen und mit einem Schaumlöffel herausnehmen. Beiseite stellen.
- Die Hähnchenteile in kleinen Mengen im selben Topf anbraten, bis sie schön braun sind. Herausnehmen und beiseite stellen.
- Das Gemüse (Möhren, Zwiebeln, Knoblauch, Thymian und Lorbeer) in der Marinade 5 Minuten unter ständigem Rühren anbraten, bis es leicht bräunt. Tomatenmark hinzufügen und 1 Minute weiterbraten.
- Nun das Hähnchen und die Speckwürfel wieder in den Topf geben.
Optional mit Cognac
- Traditionell: Den Cognac in den heißen Bräter gießen und sofort mit einem langen Streichholz oder einem Küchenfeuerzeug entzünden. Die Flamme erlischt nach einigen Sekunden von selbst. ⚠️ Unbedingt die Dunstabzugshaube ausschalten und sich zur Sicherheit in einiger Entfernung aufhalten.
- Einfache Variante: Den Cognac angießen und 1-2 Minuten bei starker Hitze verdampfen lassen, bis er fast vollständig reduziert ist (kein Anzünden)!
Ablöschen und köcheln lassen
- Dann mit Mehl bestäuben, umrühren, um gleichmäßig zu überziehen, und 1 bis 2 Minuten braten.
- Mit dem gefilterten Marinadewein ablöschen, dann den Rest des Weins und die Brühe dazugeben. Den Bratenansatz vom Boden des Schmortopfes lösen. Zum Köcheln bringen.
- Zugedeckt bei 160 °C Umluft (oder 180 °C Ober-/Unterhitze) 1,5 Stunden schmoren, bis das Hähnchen zart ist. Alternativ bei geschlossenem Topf auf kleiner Flamme köcheln lassen.
Füllung vorbereiten
- Einige Minuten vor Ende der Garzeit in einer heißen Pfanne mit einem Schuss Olivenöl und je 15 g Butter die Pilze und Schalotten getrennt anbraten, bis sie leicht gebräunt sind.
Servieren
- Das Hähnchen vorsichtig aus dem Bräter nehmen und warm halten. Den Schmortopf auf mittlere bis hohe Hitze erwärmen und die Pilze und Schalotten hinzufügen. 5 Minuten schmoren lassen. Die Speisestärke in 30 ml kaltem Wasser auflösen, in den Topf geben und unter ständigem Rühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
- Das Hähnchen wieder in die Sauce geben. Warm, mit etwas krauser Petersilie dekoriert, zu Salzkartoffeln, hausgemachtem Kartoffelpüree oder frischen Nudeln servieren.
Notizen
- Portionen: Dieses Rezept ergibt etwa 4–6 große Portionen (rechne mit einem ganzen Schenkel pro Person). Wenn du ein größeres Menü mit Vorspeise und Dessert planst, kannst du auch 6–8 Portionen einplanen – dann reicht etwa eine Oberkeule pro Person.
- Aufbewahrung: Coq au Vin lässt sich in einem luftdicht verschlossenen Behälter bis zu 3 Tage im Kühlschrank aufbewahren.
- Aufwärmen: Zum Aufwärmen erhitzt du ihn am besten vorsichtig bei niedriger Hitze oder im Ofen, damit das Fleisch schön zart bleibt
Nährwerte
Diese Zutaten brauchst du für einen klassischen Coq au Vin
Für meinen klassischen Coq au Vin nach französischer Art brauchst du keine außergewöhnlichen Zutaten. Was zählt, ist die Qualität:
- Hähnchen: Für dieses klassische Rezept verwende ich entweder ein ganzes Huhn in Stücke geteilt oder 4–6 ganze Keulen. Besonders praktisch zum Servieren sind 6–8 entbeinte Oberkeulen.
- Rotwein: Wie beim Bœuf Bourguignon brauchst du einen wenig taninhaltigen Rotwein mit einer schönen Säure. Die Klassiker sind Burgunder (Pinot Noir), Beaujolais oder auch, meine bevorzugte Wahl, ein leichter Côtes du Rhône.
- Speckwürfel: Fett ist Geschmacksträger. Und das gilt auch für mein Coq au Vin.
- Möhren, Zwiebel & Knoblauch: Dieses Gemüse sorgt für Süße, Aroma und Struktur in der Sauce.
- Thymian & Lorbeer: Diese Kräuter geben dem Gericht seinen typisch französischen Geschmack.
- Tomatenmark: Eine kleine Menge reicht aus, um der Sauce ihre typische Farbe zu verleihen.
- Mehl: Damit wird die Sauce leicht gebunden und bekommt ihre typische, samtige Konsistenz.
- Geflügelfond: Er macht die Sauce geschmacklich richtig rund. Du kannst ihn sogar den Geflügelfond selber machen für mehr Geschmack!
Daneben brauchst du natürlich auch noch Olivenöl und Butter zum Anbraten von Fleisch und Gemüse und Salz und Pfeffer zum Abschmecken. Für die Garnitur benötigst du außerdem noch Champignons und Schalotten (oder Perlzwiebeln).
Cognac oder kein Cognac? In Frankreich flambiert man den Coq au Vin mit Cognac, bevor man den Wein hinzufügt. Das sieht nicht nur spektakulär aus, sondern verleiht auch einen tollen Geschmack. Wenn du das nicht möchtest, gehe folgendermaßen vor: Einfach ablöschen, ohne zu flambieren, und das Ergebnis ist auf jeden Fall trotzdem super.
Mein Tipp für das richtige Hähnchen
Ich verwende am liebsten Hähnchenschenkel oder -keulen mit Haut – und das aus gutem Grund:
- Keulen und Schenkel enthalten etwas mehr Fett als Brustfleisch. Dadurch schmecken sie kräftiger und passen perfekt zur Rotweinsauce.
- Durch den höheren Fettanteil bleiben sie auch bei längerer Schmorzeit besonders zart.
- Diese Stücke sind ideal für Gerichte, die langsam garen – sie werden butterweich und nicht faserig.
Du kannst natürlich auch ein ganzes Huhn verwenden. Achte dann darauf, vor allem die Keulen und eventuell die Flügel zu nutzen – besonders, wenn du Coq au Vin zum ersten Mal kochst.
So bereite ich Coq au Vin Schritt für Schritt zu
Coq au Vin ist kein schnelles Pfannengericht. Er braucht Zeit. Und genau die schmeckt man am Ende. Das Originalrezept entsteht in mehreren Etappen – und jede hat ihren Zweck:
- Hähnchenteile rundum bräunen. So entstehen Röstaromen, die später die Sauce prägen.
- Speck anrösten. Sie geben dem Gericht seinen aromatischen Grundton.
- Gemüse und Tomatenmark kurz mitgaren. So entwickeln sich zusätzliche Röstaromen.
- Mit Cognac ablöschen. Und flambieren, wenn du dich damit sicher fühlst.
- Mit Rotwein ablöschen. Danach Hühnerbrühe und Kräuter hinzufügen.
- Langsam schmoren lassen. Deckel drauf und Geduld haben.
- Schalotten und Champignons. anbraten und hinzufügen! Fertig 🙂
Mein Tipp: Ist die Sauce am Ende noch zu flüssig, nimm die Hähnchenteile kurz heraus. Dann kannst du die Sauce entweder bei hoher Hitze einkochen lassen oder – wenn es schneller gehen soll – mit etwas Speisestärke andicken.
Mit diesen Beilagen essen wir Coq au Vin in Frankreich
Coq au Vin steht in Frankreich selten allein auf dem Tisch. Wir essen dazu:
- Kartoffelpüree – cremig und perfekt für die Sauce
- Ratatouille – besonders im Sommer eine beliebte Beilage
- Baguette – für jeden letzten Tropfen
- Grüner Blattsalat – frisch zum Ausgleich
Wenn du noch mehr Inspiration suchst, habe ich dir hier meine liebsten 15 Beilagen-Ideen zu Coq au Vin zusammengestellt.
Übrigens: In der französischen Küche gilt eine einfache Regel: „On cuisine avec le vin que l’on boit.“ Man kocht also mit dem Wein, den man auch trinken würde. Ich bin da nicht ganz so streng – ein guter Tischwein von ordentlicher Qualität reicht zum Kochen völlig aus. Zum Essen empfehle ich dann einen Rotwein aus derselben Region und Rebsorte, gern etwas hochwertiger.
Warum ich Coq au Vin am liebsten einen Tag vorher zubereite
Ein kleines Geheimnis der französischen Küche: Ruhen lassen verstärkt den Geschmack. Am nächsten Tag hat der Coq au Vin:
- einen intensiveren und runderen Geschmack
- eine sattere Farbe
- eine noch glänzendere Sauce
Es ist natürlich auch deutlich entspannter, wenn Familie oder Freunde und Freundinnen zu Besuch kommen: am Vortag schmoren, am nächsten Abend nur noch aufwärmen und servieren. Hier findest du alle meine Tipps, um Coq au Vin bereits am Vortag zuzubereiten!
Wenn du einmal eine Variante des Originalrezepts ausprobieren möchtest, dann teste mein Coq au Vin mit Weißwein aus. Auch damit habe ich schon so manche meiner Gäste begeistern können.
FAQ
Coq au Vin ist ein klassisches französisches Schmorgericht. Der Name bedeutet wörtlich „Hahn in Wein“, denn ursprünglich wurde ein alter Hahn lange in Wein geschmort, um sein festes Fleisch zart zu machen. Zusammen mit etwas Gemüse und Kräutern entstand so eine besonders aromatische Sauce. Heute kochen wir das Gericht meist mit Huhn – genau so mache ich es auch zu Hause.
Die Aussprache ist eigentlich ganz einfach, ungefähr so: „Kok o Wäng“. Das „q“ am Ende von Coq spricht man nicht hörbar, es klingt weich und kurz. Vin wird nasal ausgesprochen – das „n“ hört man kaum.
Ich finde die perfekte Aussprache ist kein Muss. Hauptsache, es schmeckt.
Ja, das ist möglich – allerdings verändert sich der Geschmack deutlich. Du kannst den Rotwein durch kräftige Hühner- oder Rinderbrühe ersetzen und einen kleinen Schuss dunklen Traubensaft ergänzen. Auch etwas Balsamico kann helfen.
Im Kühlschrank hält sich Coq au Vin 3–4 Tage. Am besten luftdicht verschlossen aufbewahren und langsam wieder erwärmen.
Ja, Coq au Vin lässt sich sehr gut einfrieren: vollständig auskühlen lassen, luftdicht verpacken und bis zu 2–3 Monate einfrieren. Am besten über Nacht im Kühlschrank auftauen lassen und anschließend bei geringer Hitze erwärmen.
Das war ein voller Erfolg! Ein super Rezept!!! Steht jetzt im Rezepte-Ranking mit ganz vorn.
Vielen Dank, Udo, für diese tolle Rückmeldung. Freut mich sehr, dass das Rezept Dir so gut gefällt und super gelungen ist. Weiterhin viel Spaß beim Nachkochen und Ausprobieren. Géraldine
Schmeckt grandios!
Wunderbar, Karin, so soll es sein. Das freut mich sehr, danke. Géraldine