Kartoffelgratin Dauphinois, der französische Klassiker
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Das Gratin Dauphinois gehört zu den absoluten Klassikern der französischen Küche – doch wie gelingt dieses Kartoffelgratin so unglaublich zartschmelzend wie in Frankreich? Ich verrate dir heute meine besten Tipps: von der Wahl der richtigen Auflaufform bis hin zur idealen Kartoffelsorte.
In diesem Artikel
Das Gratin Dauphinois ist eines meiner absoluten Lieblingsgerichte. Es passt genauso gut zu einer einfachen Mahlzeit unter der Woche wie zum klassischen Sonntagsbraten oder sogar als edle Beilage für ein Festessen wie Weihnachten. Ich serviere es oft mit meinen Grünen Bohnen mit Speck.
Gratin Dauphinois – diese Zutaten gehören wirklich rein
Das Beste am Gratin Dauphinois? Du brauchst nur eine Handvoll einfacher und günstiger Zutaten, die man fast immer im Haus hat! Hier ist alles, was du für dieses Kartoffelgratin brauchst:
- Kartoffeln: In Frankreich nutzt man die Sorten Monalisa, Charlotte oder Amandine. In Deutschland wählst du am besten festkochende oder vorwiegend festkochende Kartoffeln (achte auf die grüne oder rote Markierung im Regal). Nimm am besten mittelgroße Knollen – sie lassen sich ideal in gleichmäßige, feine Scheiben schneiden.
- Milchprodukte: Das ist das Geheimnis der Cremigkeit! Ich nehme nicht nur Vollmilch, sondern auch etwas Sahne mit 30 % Fettgehalt.
- Knoblauch und Kräuter: Um dem Gratin einen guten Geschmack zu verleihen, lasse ich die Milch mit zerdrücktem Knoblauch, frischem Thymian, Rosmarin und Lorbeerblättern ziehen. Das schmeckt so gut!
- Die Würze: Spare nicht mit Salz, Pfeffer und vor allem Muskatnuss, sie ist das Signature-Gewürz des Gratins!
- Käse (optional) : Ich weiß, die Puristen werden sagen: „Ein Gratin Dauphinois braucht keinen Käse!“ Aber wer liebt nicht eine goldbraune Kruste? Ein guter Gruyère, Emmentaler oder Comté passt wunderbar für alle, die es gerne herzhaft überbacken mögen. Es ist zwar nicht die ganz traditionelle Version, aber das schmeckt einfach zu gut!
Die genauen Mengenangaben findest du auf der Rezeptkarte.
💛Rezeptkarte
Kartoffelgratin Dauphinois, der französische Klassiker
Kochutensilien
- 1 Gratinform (34×23 cm) vorzugsweise aus Keramik oder Steingut
Zutaten
- 1,5 kg Kartoffeln festkochend oder vorwiegend festkochend
- 300 ml Sahne 30 % Fettgehalt
- 450 ml Vollmilch
- 4 Zweige Thymian frisch
- 1 Zweig Rosmarin frisch
- 2 Lorbeerblätter
- 3 Knoblauchzehen zerdrückt (mit Haut) + 1 für das Gericht
- 1 Prise Muskatnuss
- Salz und Pfeffer
- 1 EL Butter zum Ausbuttern der Form
- 150 g geriebener Käse (optional) Emmentaler oder Gruyère
Anleitungen
- Den Backofen auf 200 °C (Umluft) vorheizen.
- Sahne, Milch, Thymian, Rosmarin, Lorbeerblatt, Knoblauchzehen, Salz, Pfeffer und Muskatnuss in einen mittelgroßen Topf geben.
- Bei schwacher Hitze etwa 5 Minuten lang sanft köcheln, aber nicht kochen lassen. Vom Herd nehmen und so lange ziehen lassen, bis alle weiteren Zutaten vorbereitet sind.
- Die Kartoffeln schälen und in dünne Scheiben schneiden, idealerweise mit einer Mandoline, damit alle schön gleichmäßig werden.
- Eine Auflaufform großzügig mit Butter einfetten und mit einer Knoblauchzehe einreiben. Die Kartoffeln in Schichten oder Reihen dicht an dicht darauf legen.
- Kräuter und Knoblauch aus der Milch-Sahne-Mischung entfernen. Die heiße Flüssigkeit über die Kartoffeln gießen.
- Optional: Den geriebenen Käse über die Kartoffel streuen.
- Die Form mit einem Blatt Backpapier oder Alufolie abdecken. Für 50 Minuten bis etwa einer Stunde in den Ofen schieben, bis die Kartoffeln weich sind. Für die letzten 10 Minuten der Backzeit das Papier entfernen, um die Oberseite zu bräunen.
- Den Ofen ausschalten, die Tür einen Spalt breit öffnen und das Gratin 5 bis 10 Minuten stehen Lassen. So kann die Flüssigkeit erstarren und eine perfekt cremige Textur entstehen.
- Heiß servieren, als Hauptgericht mit einem grünen Salat oder als Beilage zu gebratenem Huhn oder Fisch.
Notizen
Nährwerte
Meine 5 Tipps für ein ultra-cremiges Gratin Dauphinois
Damit das Gratin auch wirklich so perfekt schmilzt, wie ich es dir versprochen habe, gibt es ein paar Dinge zu beachten. Hier sind meine wichtigsten Tipps für dich:
- Die richtige Form: Ich empfehle dir eine Form aus Keramik oder Steingut. Diese Materialien leiten die Hitze viel sanfter als Glas oder Metall. So garen die Kartoffeln langsam und gleichmäßig, ohne am Rand zu verbrennen.
- Kartoffeln nicht waschen: Das ist das wichtigste Geheimnis! Spüle die Kartoffeln auf keinen Fall ab, nachdem du sie geschnitten hast. Die natürliche Stärke sorgt dafür, dass die Sahne perfekt bindet und diese herrlich cremige Textur entsteht.
- Hauchdünne Scheiben: Am besten nutzt du einen Gemüsehobel. Die Scheiben müssen sehr dünn und vor allem gleichmäßig sein.
- Das Knoblauch-Aroma: Ein wichtiger Schritt: Reibe die Form nach dem Einfetten mit einer halbierten Knoblauchzehe aus. Das gibt dem Gratin einen dezenten Knochblauch-Geschmack.
- Ruhen nach dem Backen: Auch wenn es schwerfällt: Serviere das Gratin nicht sofort. Lass es nach dem Ofen etwa 10 Minuten ruhen. In dieser Zeit setzt sich die Sauce und das Gratin wird etwas fester, sodass die Portionen beim Servieren perfekt in Form bleiben.
Gratin Dauphinois: mit oder ohne Käse?
Traditionell enthält ein echtes Gratin Dauphinois keinen Käse. Aber ich gebe immer ein bisschen Käse darüber, weil es einfach zu gut schmeckt! Selbst Puristen merken das nicht und sagen mir immer, dass es das Beste ist, was sie je gegessen haben 😉.
Wenn du dich also für die Version mit Käse (Emmentaler, Gruyère oder Comté) entscheidest, musst du an diese drei Dinge denken:
- Abdecken: Das ist unerlässlich! Wenn du Käse dazugibst, musst du die Form in den ersten 40-45 Minuten unbedingt abdecken, sonst brennt es an, bevor die Kartoffeln gar sind.
- Backpapier oder Aluminium: Ich ziehe Backpapier deutlich vor. Man vermeidet den metallischen Geschmack von Aluminium, es klebt nicht am Käse und es lässt gerade so viel Dampf entweichen, dass die Sauce einreduziert und schön cremig wird.
- Gratinieren: Um ein schönes Finish zu erhalten, entferne das Papier für die letzten 10 Minuten der Backzeit. Beobachte es gut und nimm es aus dem Ofen, wenn die Oberseite goldbraun ist.
Womit kann man Gratin Dauphinois servieren?
Du kannst ein Gratin Dauphinois zu fast allem servieren! Hier sind einige Vorschläge:
- Schmorgerichte: Du kannst es zu meinem Coq au Vin oder meinem Bœuf Bourguignon servieren. Die Sauce des Gratins passt hervorragend zu Rotweinsaucen. Auch perfekt ist es zu einem Rinderbraten oder einer Entenbrust.
- Brathähnchen: Ein absoluter Klassiker in Frankreich am Sonntag, wir nennen es Poulet du Dimanche! Vergiss nicht, etwas von dem herzhaften Bratensaft des Huhns direkt über dein Gratin zu gießen – das schmeckt einfach göttlich!
- Fsch: Man denkt weniger daran, aber es passt sehr gut zu Kabeljau oder Lachs.
- Als Hauptgericht: Perfekt für ein vegetarisches Abendessen. Dann serviere ich das Gratin lediglich mit einem grünen Salat mit einer leicht senfigen Vinaigrette.
- Für die Festtage: Wenn du es für Weihnachten oder einen besonderen Anlass zubereitest, passt es perfekt zu meinem Putenrollbraten im Backofen mit Sauce oder einer Lammkeule zu Ostern.
Häufig gestelllte Fragen
Ja, ich empfehle es dir. Ich weiß, bei vielen modernen Rezepten lässt man die Schale gerne für einen rustikalen Look dran aber für das echte, traditionelle Gratin Dauphinois brauchen wir diese glatte, zartschmelzende Textur, damit die Textur schön cremig wird.
Lass dein Gratin 5 bis 10 Minuten ruhen, nachdem du es aus dem Ofen genommen hast. In dieser Zeit ziehen die Kartoffeln die Sauce noch einmal richtig auf. So setzen sich die cremigen Schichten, das Kartoffelngratin lässt sich viel besser schneiden und die Stücke halten perfekt zusammen.
Ja, klar! Du kannst es ein paar Stunden oder sogar am Vortag vorbereiten. Bewahre es abgedeckt im Kühlschrank auf, bis es in den Ofen kommt. Plane nur ein paar Minuten mehr Backzeit ein, damit es durch und durch heiß und goldbraun ist.
Das passiert oft, wenn die Hitze zu hoch oder die Sahne nicht fett genug ist. Du solltest unbedingt Vollsahne (30 % Fettgehalt) verwenden und die Kartoffeln nach dem Schneiden auf keinen Fall abspülen: Die Stärke stabilisiert die Sauce. Meine Methode mit dem Backpapier schützt auch die Sahne vor direkter Hitze!
Traditionell wird das Gratin Dauphinois ohne Abdeckung im Ofen gebacken. Aber Vorsicht: Wenn du -wie ich- etwas Käse darüber gibst (was nicht Teil der Originalversion ist), musst du das Gratin Dauphinois unbedingt abdecken, damit der Käse nicht anbrennt, und dann die letzten 10 Minuten abdecken.
Und was machst Du mit dem Käse ?
Danke, Michael, für Deine Nachfrage. Der geraspelte Käse wird über die Kartoffeln gestreut, überbacken und genossen. Das füge ich in dem Rezept nach, danke! Bon appétit, Géraldine