Lebkuchenbrot (französisches Honigbrot)

5 von 1 Stimme

Klick auf die Sterne zum Bewerten!

Vorbereitung: 20 Minuten
Springe zu Rezept Kommentar hinterlassen 💛

Das traditionelle französische Lebkuchenbrot, auch Pain d’Épices genannt, gehört zu den Klassikern der französischen Pâtisserie und ist ein Kuchen, den ich besonders gerne esse. Er besteht ganz einfach aus Honig, Mehl und Gewürzen und ich zeige dir hier mein Rezept, wie er besonders saftig wird.

Ein Laib Lebkuchenbrot liegt auf einem Kühlgestell, garniert mit Sternanis und Zimtstangen, und im Vordergrund ist eine Scheibe angeschnitten.

Dieses Rezept möchte ich schon lange mit euch teilen, denn es gehört für mich zu den klassischsten französischen Spezialitäten und ist ein echter Klassiker zum Jahresende.

Die Herkunft des französischen Honigbrots

Pain d’Épices, das traditionelle französische Lebkuchenbrot, gehört zu den ältesten Rezepten der französischen Pâtisserie. Bereits in der Antike bereitete man Honigbrote zu, die melitounta genannt wurden. Später, als die Kreuzfahrer neue Regionen entdeckten, integrierten sie Gewürze aus dem Orient und brachten diese Rezepte nach Europa zurück. Auch in China findet man ein altes honigbasiertes Brot mit dem Namen Mi Kong.

In Frankreich wurde der Lebkuchen ab dem 16. Jahrhundert besonders beliebt, vor allem in Städten wie Reims und Dijon. Es gab sogar Zünfte von Lebkuchenmeistern, die seine Herstellung regelten, da dieses Gebäck am königlichen Hof sehr geschätzt war. Da ein Teil meiner Familie aus der Region Reims stammt, hatte ich schon immer eine ganz besondere Verbindung zum Lebkuchen.

Ein Laib Lebkuchenbrot mit getrockneten Zitrusfrüchten, Zimtstangen und Sternanis liegt auf einem Kühlgestell, daneben zwei Scheiben, ein Messer, eine Schale mit Sirup und ein Glas Milch.

Die Wichtigsten Zutaten für Lebkuchenbrot

Das ursprüngliche Pain d’Épices aus Reims wird klassisch nur mit Wasser, Honig, Mehl, Gewürzen und Natron zubereitet – ganz ohne Milch, Butter oder Backpulver. In meiner Version ergänze ich Milch, Butter und etwas Backpulver, damit das Lebkuchenbrot weicher und saftiger wird, ohne seinen typischen Geschmack zu verlieren.

Hier sind die Zutaten, die du brauchst:

  • Milch und Butter – die einzigen feuchten Zutaten des Rezeptes. Traditionell wurde Pain d’Épices nur mit Wasser zubereitet, Milch und Butter machen den Kuchen jedoch weicher und saftiger.
  • Honig – Honig ist die aromatische Basis des Kuchens. Verwende am besten einen kräftigen, dunkleren Honig wie Waldhonig oder Kastanienhonig.
  • Mehl – Ich nehme Weizenmehl Type 405. Traditionell kann ein Teil des Mehls durch Roggenmehl ersetzt werden, was dem Kuchen einen kräftigeren Geschmack verleiht. In diesem Fall eventuell etwas mehr Flüssigkeit hinzufügen.
  • Natron und Backpulver – Sie machen den Kuchen luftiger.
  • Gewürzmischung – In Frankreich findet man sie oft als fertige Mischung. Sie besteht aus Zimt, Ingwer, Anis, Muskat und Nelken. Ich stelle meine Gewürzmischung für Pain d’Épices gerne selbst her.
  • Orange – Etwas abgeriebene Orangenschale bringt Frische, alternativ kannst du auch Zitronenschale verwenden.
  • Zucker – Zusätzlich kommt etwas Zucker in den Teig. Ich verwende Rohzucker, da er dem Lebkuchenbrot eine schöne karamellisierte Note verleiht.

Die genauen Mengen findest du in der Rezeptkarte!

Rezeptkarte

5 von 1 Stimme

Lebkuchenbrot (französisches Honigbrot)

Vorbereitungszeit 20 Minuten
Backzeit 1 Stunde 5 Minuten
Gesamtzeit 1 Stunde 25 Minuten
Pain d’Épices ist ein traditionelles französisches Lebkuchenbrot mit Honig und Gewürzen. Saftig, aromatisch und vielseitig verwendbar – süß oder herzhaft.
Ein Laib gewürztes Lebkuchenbrot mit Zimtstangen und Sternanis liegt auf einem Kühlgestell; davor liegt ein aufgeschnittenes Stück. Im Hintergrund stehen ein Glas, getrocknete Orangen und ein Krug.
Portionen 10 Portionen
Calories 261 kcal
Rezept drucken

Kochutensilien

  • 1 rechteckige Kastenform (20–22 cm Länge)

Zutaten
  

  • 300 g Weizenmehl Alternativ: 200 g Weizenmehl + 100 g Roggenmehl
  • 150 g Honig Blütenhonig oder Kastanienhonig
  • 100 g brauner Zucker
  • 150 ml Milch
  • 60 g Butter
  • TL Natron
  • 1 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 2–2½ TL selbstgemachte Gewürzmischung Zimt, Ingwer, Anis, Nelken, Muskat
  • Orangen- oder Zitronenschale optional

Für die Glasur

  • 30 ml Honig
  • 15 ml kaltes Wasser

Anleitungen
 

  • Den Backofen auf 160 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine Kastenform einfetten und mit Mehl ausstreuen.
  • In einem Topf Milch, Honig und Butter vorsichtig erwärmen, bis alles geschmolzen ist. Vom Herd nehmen und lauwarm abkühlen lassen.
    Ein Edelstahltopf auf dem Herd enthält Milch und schmelzende Butter, perfekt für die Zubereitung von hausgemachtem Lebkuchenbrot.
  • In einer großen Schüssel Mehl, braunen Zucker, Salz, Gewürze, Natron und Backpulver vermengen.
    Auf einer weißen Fläche steht eine Glasschale mit Mehl und gemahlenen Gewürzen, wahrscheinlich Zimt und Muskatnuss - wichtige Zutaten für die Herstellung des traditionellen Lebkuchenbrots.
  • Die lauwarmen flüssigen Zutaten in 2–3 Portionen zu den trockenen Zutaten geben und mit einem Teigschaber vorsichtig zu einem glatten Teig verrühren.
    Im Vordergrund steht eine Glasschüssel mit Mehl und einer Vertiefung in der Mitte, die mit verquirlten Eiern gefüllt ist - perfekt für die Zubereitung von Lebkuchenbrot -, während im Hintergrund eine Orange und eine Reibe stehen.
  • Optional Zitruszesten unterheben.
    In einer Glasschüssel befindet sich ein dicker brauner Lebkuchenbrotteig mit Orangenschalen und einem schwarzen Spatel darin.
  • Den Teig in die Form füllen, glatt streichen und für 55–65 Minuten backen. Ein Messer oder Holzstäbchen sollte sauber herauskommen.
    Eine mit ungebackenem Lebkuchenbrot-Teig gefüllte Laibform steht auf einer Marmor-Arbeitsplatte, bereit, zu einer köstlichen gewürzten Leckerei zu werden.
  • Den Kuchen 3 Minuten abkühlen lassen, dann aus der Form lösen.
    Optional für die Glasur Honig und Wasser kurz erhitzen und den noch lauwarmen Pain d’Épices mit einem Pinsel bestreichen.
    Vollständig abkühlen lassen.
    Ein Laib gewürztes Lebkuchenbrot mit Zimtstangen und Sternanis liegt auf einem Kühlgestell; davor liegt ein aufgeschnittenes Stück. Im Hintergrund stehen ein Glas, getrocknete Orangen und ein Krug.

Notizen

Pain d’Épices schmeckt nach 24 Stunden sogar noch besser. Nach dem Abkühlen in Frischhaltefolie wickeln, um ihn schön saftig zu halten.
Er ist bis zu einer Woche haltbar. 

Nährwerte

Calories: 261kcal | Carbohydrates: 50g | Protein: 4g | Fat: 6g | Saturated Fat: 3g | Polyunsaturated Fat: 0.3g | Monounsaturated Fat: 1g | Trans Fat: 0.2g | Cholesterol: 15mg | Sodium: 137mg | Potassium: 71mg | Fiber: 1g | Sugar: 27g | Vitamin A: 176IU | Vitamin C: 0.2mg | Calcium: 35mg | Iron: 2mg
Schon ausprobiert?Tagge @la.cuisine.de.geraldine auf Instagram und sag mir wie es war!

5 Tipps für ein saftiges Honigbrot

Damit dein Honigbrot schön saftig und aromatisch wird, achte bei der Zubereitung auf ein paar einfache, aber wichtige Punkte.

  • Milch nicht kochen – Wenn du Milch zusammen mit Butter und Honig erwärmst, sollte die Mischung nicht kochen, sondern nur leicht erhitzt werden. Wird sie zu heiß, kann das Honigbrot später trockener werden.
  • Kräftig würzen – Pain d’Épices lebt von seinen Gewürzen. Ich würze lieber etwas großzügiger, damit das Honigbrot sein typisches, warmes Aroma bekommt.
  • Teig nur kurz verrühren – Ich rühre den Teig nur so lange, bis sich alle Zutaten gerade eben verbunden haben. Wird der Teig zu stark gerührt, kann das Honigbrot nach dem Backen kompakt oder trocken werden.
  • Glasur nicht vergessen – Das ist typisch für Pain d’épices. Ich erhitze etwas Honig mit ein wenig Wasser und bestreiche den Kuchen etwa 10 Minuten, nachdem er aus dem Ofen kommt. So kannst du die Deko (z.B. Sternanis oder Zimtstangen) direkt darauf legen – sie bleibt schön kleben.
  • Kuchen einwickeln – Damit das Lebkuchenbrot schön weich bleibt, lasse ich es vollständig abkühlen und wickle es dann in Frischhaltefolie. Am nächsten Tag schmeckt es am besten!
Ein Laib gewürztes Lebkuchenbrot mit Zimtstangen und Sternanis liegt auf einem Kühlgestell; davor liegt ein aufgeschnittenes Stück. Im Hintergrund stehen ein Glas, getrocknete Orangen und ein Krug.

Wie isst man Pain d’Épices?

Pain d’Épices ist sehr vielseitig und lässt sich nicht nur süß als Kuchen, sondern auch herzhaft genießen. In Frankreich ist es kein typischer Kuchen, der als Dessert oder klassisch wie in Deutschland zu Kaffee und Kuchen serviert wird, sondern wird eher auf folgende Arten gegessen:

  • Zum Goûter – Als Kinder haben wir oft eine Scheibe Pain d’épices als Snack nach der Schule bekommen.
  • Zum Frühstück – Er passt super zum Frühstück mit Marmelade oder Orangenkonfitüre.
  • Als Häppchen – In Frankreich wird er oft zu Foie Gras serviert, aber ich nutze ihn auch gerne als Basis für Häppchen wie meine Häppchen mit Comté und Feigen.
  • Zum Kochen – Durch seine würzige Note eignet sich Pain d’Épices auch als Basis für herzhafte Gerichte wie in der Carbonade Flamande oder Füllungen wie in meiner Weihnachts-Putenrollbraten.

Kleiner Hinweis: Das Lebkuchenbrot ist sehr aromatisch, daher schneidet man es in der Regel in sehr dünne Scheiben.

FAQ- Lebkuchenbrot

Wie lange bleibt das Lebkuchenbrot frisch?

Wickle das Lebkuchenbrot nach dem vollständigen Abkühlen in Frischhaltefolie. So bleibt es etwa eine Woche schön saftig. Für eine längere Haltbarkeit kannst du es auch einfrieren.

Kann ich Lebkuchenbrot vegan oder glutenfrei zubereiten?

Ja, Pain d’Épices lässt sich vegan zubereiten, indem Honig durch Ahornsirup oder Agavendicksaft und Butter durch pflanzliche Margarine ersetzt wird. Für eine glutenfreie Variante kann das Mehl durch eine glutenfreie Mischung ausgetauscht werden, der typische Geschmack bleibt unverändert.

Warum ist mein Pain d’Épices zu trocken?

Ein Pain d’Épices wird oft zu trocken, wenn zu viel Mehl verwendet oder der Kuchen zu lange gebacken wurde. Achte darauf, die Zutaten genau abzuwiegen und den Kuchen nur so lange zu backen, bis ein Holzstäbchen in der Mitte sauber, aber noch leicht feucht herauskommt.

Welche Gewürze gehören in Pain d’Épices?

Typischerweise besteht die Gewürzmischung für Pain d’épices aus Zimt, Ingwer, Anis, Muskat und Nelken. Du kannst eine fertige Pain-d’épices-Gewürzmischung kaufen oder – so wie ich – sie ganz einfach selbst machen. Hier findest du mein Rezept für die Gewürzmischung.

Weitere französischem Kuchenrezepte

5 from 1 vote

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bewertung




2 Kommentare

  1. 5 Stern
    es sieht nicht kompliziert aus, ich werde es ausprobieren! Habe heute südfranzösisches Honigbrot gekostet. Ich war überwältigt von Geschmack und Form, wird dafür der Teig in eine Panettoneform gegeben?

    1. Danke, Petra, freut mich, dass es Dir gefällt. Es ist nicht kompliziert und Du kannst z.B. eine normale Kastenform verwenden. Meine Gäste waren auch alle begeistert davon. Wir habe es zusammen mit Foie gras gegessen: ein Gedicht! Viel Spaß und bon appétit, Géraldine