Lebkuchenbrot (französisches Honigbrot)
Klick auf die Sterne zum Bewerten!
Das traditionelle französische Lebkuchenbrot, auch Pain d’Épices genannt, gehört zu den Klassikern der französischen Pâtisserie und ist ein Kuchen, den ich besonders gerne esse. Er besteht ganz einfach aus Honig, Mehl und Gewürzen und ich zeige dir hier mein Rezept, wie er besonders saftig wird.
Inhaltsverzeichnis
Dieses Rezept möchte ich schon lange mit euch teilen, denn es gehört für mich zu den klassischsten französischen Spezialitäten und ist ein echter Klassiker zum Jahresende.
Die Herkunft des französischen Honigbrots
Pain d’Épices, das traditionelle französische Lebkuchenbrot, gehört zu den ältesten Rezepten der französischen Pâtisserie. Bereits in der Antike bereitete man Honigbrote zu, die melitounta genannt wurden. Später, als die Kreuzfahrer neue Regionen entdeckten, integrierten sie Gewürze aus dem Orient und brachten diese Rezepte nach Europa zurück. Auch in China findet man ein altes honigbasiertes Brot mit dem Namen Mi Kong.
In Frankreich wurde der Lebkuchen ab dem 16. Jahrhundert besonders beliebt, vor allem in Städten wie Reims und Dijon. Es gab sogar Zünfte von Lebkuchenmeistern, die seine Herstellung regelten, da dieses Gebäck am königlichen Hof sehr geschätzt war. Da ein Teil meiner Familie aus der Region Reims stammt, hatte ich schon immer eine ganz besondere Verbindung zum Lebkuchen.
Die Wichtigsten Zutaten für Lebkuchenbrot
Das ursprüngliche Pain d’Épices aus Reims wird klassisch nur mit Wasser, Honig, Mehl, Gewürzen und Natron zubereitet – ganz ohne Milch, Butter oder Backpulver. In meiner Version ergänze ich Milch, Butter und etwas Backpulver, damit das Lebkuchenbrot weicher und saftiger wird, ohne seinen typischen Geschmack zu verlieren.
Hier sind die Zutaten, die du brauchst:
- Milch und Butter – die einzigen feuchten Zutaten des Rezeptes. Traditionell wurde Pain d’Épices nur mit Wasser zubereitet, Milch und Butter machen den Kuchen jedoch weicher und saftiger.
- Honig – Honig ist die aromatische Basis des Kuchens. Verwende am besten einen kräftigen, dunkleren Honig wie Waldhonig oder Kastanienhonig.
- Mehl – Ich nehme Weizenmehl Type 405. Traditionell kann ein Teil des Mehls durch Roggenmehl ersetzt werden, was dem Kuchen einen kräftigeren Geschmack verleiht. In diesem Fall eventuell etwas mehr Flüssigkeit hinzufügen.
- Natron und Backpulver – Sie machen den Kuchen luftiger.
- Gewürzmischung – In Frankreich findet man sie oft als fertige Mischung. Sie besteht aus Zimt, Ingwer, Anis, Muskat und Nelken. Ich stelle meine Gewürzmischung für Pain d’Épices gerne selbst her.
- Orange – Etwas abgeriebene Orangenschale bringt Frische, alternativ kannst du auch Zitronenschale verwenden.
- Zucker – Zusätzlich kommt etwas Zucker in den Teig. Ich verwende Rohzucker, da er dem Lebkuchenbrot eine schöne karamellisierte Note verleiht.
Die genauen Mengen findest du in der Rezeptkarte!
Rezeptkarte
Lebkuchenbrot (französisches Honigbrot)
Kochutensilien
- 1 rechteckige Kastenform (20–22 cm Länge)
Zutaten
- 300 g Weizenmehl Alternativ: 200 g Weizenmehl + 100 g Roggenmehl
- 150 g Honig Blütenhonig oder Kastanienhonig
- 100 g brauner Zucker
- 150 ml Milch
- 60 g Butter
- 1½ TL Natron
- 1 TL Backpulver
- 1 Prise Salz
- 2–2½ TL selbstgemachte Gewürzmischung Zimt, Ingwer, Anis, Nelken, Muskat
- Orangen- oder Zitronenschale optional
Für die Glasur
- 30 ml Honig
- 15 ml kaltes Wasser
Anleitungen
- Den Backofen auf 160 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine Kastenform einfetten und mit Mehl ausstreuen.
- In einem Topf Milch, Honig und Butter vorsichtig erwärmen, bis alles geschmolzen ist. Vom Herd nehmen und lauwarm abkühlen lassen.
- In einer großen Schüssel Mehl, braunen Zucker, Salz, Gewürze, Natron und Backpulver vermengen.
- Die lauwarmen flüssigen Zutaten in 2–3 Portionen zu den trockenen Zutaten geben und mit einem Teigschaber vorsichtig zu einem glatten Teig verrühren.
- Optional Zitruszesten unterheben.
- Den Teig in die Form füllen, glatt streichen und für 55–65 Minuten backen. Ein Messer oder Holzstäbchen sollte sauber herauskommen.
- Den Kuchen 3 Minuten abkühlen lassen, dann aus der Form lösen.Optional für die Glasur Honig und Wasser kurz erhitzen und den noch lauwarmen Pain d’Épices mit einem Pinsel bestreichen. Vollständig abkühlen lassen.
Notizen
Nährwerte
5 Tipps für ein saftiges Honigbrot
Damit dein Honigbrot schön saftig und aromatisch wird, achte bei der Zubereitung auf ein paar einfache, aber wichtige Punkte.
- Milch nicht kochen – Wenn du Milch zusammen mit Butter und Honig erwärmst, sollte die Mischung nicht kochen, sondern nur leicht erhitzt werden. Wird sie zu heiß, kann das Honigbrot später trockener werden.
- Kräftig würzen – Pain d’Épices lebt von seinen Gewürzen. Ich würze lieber etwas großzügiger, damit das Honigbrot sein typisches, warmes Aroma bekommt.
- Teig nur kurz verrühren – Ich rühre den Teig nur so lange, bis sich alle Zutaten gerade eben verbunden haben. Wird der Teig zu stark gerührt, kann das Honigbrot nach dem Backen kompakt oder trocken werden.
- Glasur nicht vergessen – Das ist typisch für Pain d’épices. Ich erhitze etwas Honig mit ein wenig Wasser und bestreiche den Kuchen etwa 10 Minuten, nachdem er aus dem Ofen kommt. So kannst du die Deko (z.B. Sternanis oder Zimtstangen) direkt darauf legen – sie bleibt schön kleben.
- Kuchen einwickeln – Damit das Lebkuchenbrot schön weich bleibt, lasse ich es vollständig abkühlen und wickle es dann in Frischhaltefolie. Am nächsten Tag schmeckt es am besten!
Wie isst man Pain d’Épices?
Pain d’Épices ist sehr vielseitig und lässt sich nicht nur süß als Kuchen, sondern auch herzhaft genießen. In Frankreich ist es kein typischer Kuchen, der als Dessert oder klassisch wie in Deutschland zu Kaffee und Kuchen serviert wird, sondern wird eher auf folgende Arten gegessen:
- Zum Goûter – Als Kinder haben wir oft eine Scheibe Pain d’épices als Snack nach der Schule bekommen.
- Zum Frühstück – Er passt super zum Frühstück mit Marmelade oder Orangenkonfitüre.
- Als Häppchen – In Frankreich wird er oft zu Foie Gras serviert, aber ich nutze ihn auch gerne als Basis für Häppchen wie meine Häppchen mit Comté und Feigen.
- Zum Kochen – Durch seine würzige Note eignet sich Pain d’Épices auch als Basis für herzhafte Gerichte wie in der Carbonade Flamande oder Füllungen wie in meiner Weihnachts-Putenrollbraten.
Kleiner Hinweis: Das Lebkuchenbrot ist sehr aromatisch, daher schneidet man es in der Regel in sehr dünne Scheiben.
FAQ- Lebkuchenbrot
Wickle das Lebkuchenbrot nach dem vollständigen Abkühlen in Frischhaltefolie. So bleibt es etwa eine Woche schön saftig. Für eine längere Haltbarkeit kannst du es auch einfrieren.
Ja, Pain d’Épices lässt sich vegan zubereiten, indem Honig durch Ahornsirup oder Agavendicksaft und Butter durch pflanzliche Margarine ersetzt wird. Für eine glutenfreie Variante kann das Mehl durch eine glutenfreie Mischung ausgetauscht werden, der typische Geschmack bleibt unverändert.
Ein Pain d’Épices wird oft zu trocken, wenn zu viel Mehl verwendet oder der Kuchen zu lange gebacken wurde. Achte darauf, die Zutaten genau abzuwiegen und den Kuchen nur so lange zu backen, bis ein Holzstäbchen in der Mitte sauber, aber noch leicht feucht herauskommt.
Typischerweise besteht die Gewürzmischung für Pain d’épices aus Zimt, Ingwer, Anis, Muskat und Nelken. Du kannst eine fertige Pain-d’épices-Gewürzmischung kaufen oder – so wie ich – sie ganz einfach selbst machen. Hier findest du mein Rezept für die Gewürzmischung.
es sieht nicht kompliziert aus, ich werde es ausprobieren! Habe heute südfranzösisches Honigbrot gekostet. Ich war überwältigt von Geschmack und Form, wird dafür der Teig in eine Panettoneform gegeben?
Danke, Petra, freut mich, dass es Dir gefällt. Es ist nicht kompliziert und Du kannst z.B. eine normale Kastenform verwenden. Meine Gäste waren auch alle begeistert davon. Wir habe es zusammen mit Foie gras gegessen: ein Gedicht! Viel Spaß und bon appétit, Géraldine