Tarte au Citron (französische Zitronentarte)
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Die Tarte au Citron war lange Zeit meine absolute Lieblingstarte in der Boulangerie. Es gibt nichts Besseres als dieser Kontrast zwischen der cremigen, säuerlichen Zitronencreme und dem buttrigen Mürbeteig — einfach unschlagbar. Ich mache sie so gerne, wenn ich Freunde einlade, sie macht immer einen tollen Eindruck und ich bekomme jedes Mal Komplimente! Heute zeige ich dir mein Tarte au Citron Rezept, und du wirst sehen: Es ist eigentlich viel einfacher als es aussieht.
In diesem Artikel
- Meine 3 wichtigsten Tipps, damit deine Tarte au citron perfekt gelingt
- 👉Rezeptkarte
- Mein wichtigster Schritt für eine perfekt glatte Zitronencreme
- Welcher Teig ist klassisch für eine französische Zitronentarte?
- Der eine Schritt der verhindert dass dein Tarteboden weich wird
- Tarte au citron in Frankreich – pur oder mit Baiser?
- Häufige Fragen zu Tarte au Citron
- Mehr Französische Tartes
Meine 3 wichtigsten Tipps, damit deine Tarte au citron perfekt gelingt
Bevor du mit dem Rezept startest, habe ich noch ein paar Dinge die ich dir unbedingt mitgeben möchte, diese Tipps machen wirklich den Unterschied:
- Bio-Zitronen und echte Zesten: Verwende unbedingt frische Bio-Zitronen. Ich verwende Saft und Zesten und reibe die Zesten direkt mit dem Zucker zwischen den Händen. So werden die ätherischen Öle freigesetzt und die Zitronencreme wird richtig intensiv.
- Präzision: Ich will nicht penibel sein, aber in der französischen Pâtisserie ist alles präzise. Überspringe keine Schritte oder Ruhezeiten. Arbeite mit einer Küchenwaage und vermeide es, Zutaten einfach zu ersetzen.
- Am Vortag backen: Wenn du die Tarte servieren möchtest, backe sie am besten einen Tag vorher. So hat die Zitronencreme genug Zeit, fest zu werden, der Geschmack wird intensiver und du kannst später schöne, saubere Stücke schneiden.
Tipp: Die Tarte au citron ist kein geeigneter Kuchen, wenn es schnell gehen soll. Wenn du aber Zitronen liebst und keine Zeit hast, probiere unbedingt das Rezept für meinen saftigen Zitronenkuchen!
👉Rezeptkarte
Tarte au Citron (französische Zitronentarte)
Kochutensilien
- 1 Tarteform 24–26 cm
Zutaten
Für die Pâte Sucrée (Mürbeteig)
- 150 g Butter zimmertemperatur, weich
- 95 g Puderzucker
- 1 Ei Größe M, ca. 60 g
- 30 g gemahlene Mandeln oder Haselnüsse
- 250 g Mehl
- 1 Prise Salz
Für das Lemon Curd (Zitronencreme)
- 150 g Zucker
- 4 Eier
- 20 g Speisestärke
- 4 große Bio-Zitronen für 175 ml und Zesten von 1 Zitronen
- 100 g Butter kalt und in Stücken
Anleitungen
Die Pâte Sucrée zubereiten
- Nimm Butter und Ei eine Stunde vorher aus dem Kühlschrank. Die Butter muss weich sein, so wie eine Creme.
- In der Küchenmaschine (mit dem Flachrührer/Paddel) Butter und Puderzucker cremig rühren.
- Dann Ei und gemahlene Mandeln hinzufügen und weiter cremig rühren.
- Zum Schluss Mehl und Salz kurz unterrühren, bis ein homogener Teig entsteht. Wichtig: Nicht zu lange kneten!
- Den Teig zu einer Kugel formen (er ist klebrig, das ist normal, wichtig ist es kein extra Mehl hinzuzufügen!).
- Zwischen zwei Blättern Backpapier auf ca. 26–28 cm ausrollen und 1 Stunde flach im Kühlschrank ruhen lassen.
- Die Form leicht einfetten und den Teig hineinlegen. Nochmals 45 Minuten kühlen (das verhindert, dass der Rand beim Backen schrumpft). Den Boden einstechen, mit Backpapier und Blindbackkugeln (oder Reis/Bohnen) beschweren.
- Bei 180°C für 20–25 Minuten goldbraun blindbacken. (Optional: 5 Minuten vor Ende mit Eigelb versiegeln !). Vollständig abkühlen lassen.
Das Lemon Curd zubereiten
- In einer Schüssel Zucker und Zeste einer oder zwei Zitronen (je nach dem wie "zitronig" du es haben möchtest) mit den Fingern verreiben. Eier hinzufügen und kräftig aufschlagen.
- Dann die Speistärke unterrühren, bis keine Klümpchen mehr da sind.
- Die Zitronen auspressen und 175 ml Saft abmessen. Den Saft im Topf warm erhitzen (nur zum leichtem Köcheln bringen) . Die Hälfte des warmen Safts langsam unter ständigem Rühren zur Ei-Zucker-Masse gießen. Das führt die Eier sanft an die Hitze heran.
- Alles zurück in den Topf geben. Die Creme wird nun dicker, aber sie ist noch nicht fertig! Bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren kochen. Sobald die Creme blubbert (erster Kochpunkt), noch genau 30 Sekunden weiterrühren, dann sofort vom Herd nehmen.
- Dann die kalten Butterwürfel hinzufügen und optional mit einem Stabmixer ein paar Sekunden lang mixen, um eine glattere Textur zu erhalten.
Anrichten & Servieren
- Die Zitronencreme auf den kalten Tarteboden gießen und glatt streichen. Mindestens 4 Stunden, am besten aber über Nacht, im Kühlschrank fest werden lassen.
- Vor dem Servieren mit kleinen Meringues, Minzblättern oder Zitronenscheiben dekorieren.
Nährwerte
Mein wichtigster Schritt für eine perfekt glatte Zitronencreme
Die Zitronencreme zuzubereiten ist eigentlich sehr einfach, aber es kann schnell zu „Rührei“ werden, wenn man es bei zu hoher Hitze kocht. Um das zu verhindern, nutze ich gerne eine Technik namens Temperieren (genau wie bei einer Crème Pâtissière). Und so geht’s:
- Die Zesten einer Zitrone mit dem Zucker zwischen den Händen reiben, dann mit den Eiern und etwas Speisestärke (für die Stabilität) glatt schlagen.
- Den Zitronensaft erhitzen bis er leicht köchelt, dann einen Teil davon langsam in die Ei-Zucker-Mischung gießen und weiter schlagen. Das temperiert die Eier und so bekommt man keine Rühreier!
- Dann alles zurück in den Topf geben und bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren köcheln lassen bis die Creme eindickt.
- Wenn du mit dem Spatel den Boden des Topfes sehen kannst, vom Herd nehmen. Zum Schluss noch etwas Butter einrühren bis sie vollständig eingearbeitet ist.
Tipp: Wenn die Creme nicht ganz glatt is, kannst du einfach kurz mit dem Pürierstab die Creme pürieren.
Welcher Teig ist klassisch für eine französische Zitronentarte?
In Frankreich wird die Tarte au Citron immer mit einer Pâte Sucrée zubereitet. Man könnte es mit „Mürbeteig“ übersetzen, aber das wäre nicht ganz richtig — die Pâte Sucrée ist feiner, enthält mehr Butter und gemahlene Mandeln.
Und nicht nur die Zutaten, sondern auch die Technik der Zubereitung ist unterschiedlich:
- Klassischer Mürbeteig oder Pâte Sablée (Sablage): Die Butter wird in das Mehl eingearbeitet (verrieben), bis eine sandige Textur entsteht, bevor das Ei als Bindemittel hinzugefügt wird.
- Pâte Sucrée (Crémage): Butter und Zucker werden zuerst schaumig geschlagen (crémer), gefolgt von den Eiern und den trockenen Zutaten. Diese „Creme-Methode“ sorgt am Ende für einen festeren, keksähnlichen Boden – perfekt, um das Lemon Curd zu halten, ohne dass der Teig durchweicht.
Mehr zur Pâte Sucrée findest du bald in einem eigenen Rezept auf meinem Blog!
Der eine Schritt der verhindert dass dein Tarteboden weich wird
Das ist ein Tipp den ich mal von einem französischen Bäcker gelernt habe. Ich mache es nicht immer, aber wenn du auf Nummer sicher gehen willst, ist es super: den Boden versiegeln.
Etwa 5 Minuten vor Ende der Blindbackzeit den Boden kurz aus dem Ofen nehmen, dünn mit verquirltem Eigelb bestreichen und fertigbacken. Das Eigelb bildet eine hauchdünne Schutzschicht und der Boden bleibt schön knusprig oder croquant, wie wir in Frankreich sagen!
Tarte au citron in Frankreich – pur oder mit Baiser?
In Frankreich findest du in fast jeder Boulangerie die Tarte au Citron Meringuée — mit einer fluffigen, abgeflammten Baiserhaube, die die Säure der Zitronencreme ausbalanciert.
Ich persönlich mag ehrlich gesagt beide Versionen! Im Frühling greife ich eher zur puren Tarte. Sie ist frischer, noch einfacher und die Zitrone kommt voll zur Geltung. Manchmal dekoriere ich sie mit ein paar kleinen harten Meringues wenn ich welche habe. Und manchmal habe ich einfach Lust auf die Version mit Baiser on top. Es ist wirklich Geschmackssache. Beide sind super!
Häufige Fragen zu Tarte au Citron
Nein, und das ist das Schöne an diesem Rezept! Die Creme, auch Lemon Curd genannt, wird ganz einfach im Topf auf dem Herd gekocht, sie ist also schon „fertig“ wenn sie in den Tarteboden kommt. Wichtig ist nur, sie lange genug, mindestens 4 Stunden, im Kühlschrank kühlen zu lassen.
Dafür gibt es meist zwei Gründe: Entweder wurde die Creme nicht lange genug erhitzt, sie muss einmal kurz blubbern damit die Speisestärke ihre volle Bindungskraft entfaltet. Oder du warst beim Abmessen des Zitronensafts etwas zu großzügig. Und manchmal ist es auch ganz einfach: nicht lange genug gekühlt! Ich finde, über Nacht ist immer das Beste.
Ja, ich empfehle es dir sogar! Wenn die Tarte eine Nacht im Kühlschrank ruht, setzen sich die Aromen perfekt und die Creme bekommt genau die richtige Konsistenz, um sie sauber zu schneiden.
Am besten stelle sie in den Kühlschrank. Decke sie nicht direkt mit Frischhaltefolie ab, da sich sonst Kondenswasser auf der schönen glatten Oberfläche bilden kann. Wenn du eine Tortenglocke hast, ist das ideal. So bleibt sie 2–3 Tage frisch.
Ja, das geht! Die Zitronencreme verträgt das Einfrieren gut. Am besten solltest du die Tarte aber ohne Dekoration einfrieren. Zum Auftauen einfach über Nacht in den Kühlschrank stellen. Bitte auf keinen Fall in der Mikrowelle oder im Ofen auftauen, sonst zerstörst du die Textur der Creme komplett.
Mehr Französische Tartes
Wenn du genau so ein großer Fan von Tartes bist wie ich, dann musst du unbedingt auch diese Rezepte ausprobieren.