Bœuf Bourguignon Rezept – original französisch & unkompliziert
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Boeuf Bourguignon, allein der Name dieses französischen Klassikers treibt vielen meiner Freunde schon den Angstschweiß auf die Stirn. Dabei ist dieses Gericht nicht nur unheimlich vielschichtig, es ist auch viel einfacher zuzubereiten als viele denken. Mit meinem Familienrezept muss es nicht einmal über Nacht marinieren. Ich erkläre Dir, wie Du das richtige Fleisch und den Wein aussuchst und wir gehen alle Schritte gemeinsam durch. Dann ist alles ganz einfach, versprochen!
Inhalt
Rezepkarte
Bœuf Bourguignon Rezept – original französisch & unkompliziert
Zutaten
- 200 g Speckwürfel
- 1,2 kg Rindfleisch aus der Schulter, Nacken oder Keule
- 1 große Zwiebel in Streifen geschnitten
- 2 Knoblauchzehen ganz und flach gedrückt
- 2 Möhren in Scheiben geschnitten
- 30 g Butter
- 2 EL Tomatenmark
- 2 EL Mehl oder (etwas weniger) Stärke
- 750 ml Rotwein Typ Pinot Noir
- 1 Bouquet Garni (Kräutersträußchen) Thymian, Lorbeer, Rosmarin zusammen gebunden
- 120 ml Rinderbrühe optional, mehr nach Bedarf
Garnitur :
- 2 EL Olivenöl
- 250 g Champignons geputzt und in zwei oder vier Teile geteilt
- 3 Schalotten oder Mini-Zwiebeln
- 25 g Butter
Anleitungen
- Das Rindfleisch in ca. 4 cm große Würfel schneiden, salzen und pfeffern.
- In einem großen Schmortopf die Speckwürfel in etwas Olivenöl goldbraun braten, dann herausnehmen und beiseitestellen.
- Im gleichen Fett die Rindfleischwürfel portionsweise rundherum kräftig anbraten, bis sie schön gebräunt sind, und ebenfalls beiseitestellen.
- Anschließend Zwiebeln, Möhren, Knoblauch und Butter in den Schmortopf geben und alles einige Minuten anschwitzen, bis die Zwiebeln leicht Farbe bekommen.
- Fleisch und Speck wieder in den Topf geben, Tomatenmark unterrühren, dann mit Mehl bestäuben und 2 Minuten weiterbraten, damit sich der Mehlgeschmack verliert und die Sauce später bindet.
- Den Rotwein und die Brühe zugießen und dabei den Bratensatz vom Topfboden lösen, sodass sich alle Röstaromen entfalten. Es ist wichtig, dass das Fleisch fast vollständig von der Flüssigkeit bedeckt ist – bei Bedarf noch etwas Brühe oder Wasser hinzufügen. Das Bouquet Garni dazugeben und alles einmal aufkochen lassen.
- Den Schmortopf abdecken und entweder 2–3 Stunden im vorgeheizten Ofen bei 160 °C oder 1,5–2 Stunden auf dem Herd bei niedriger Hitze schmoren lassen. Dabei immer wieder umrühren und darauf achten, dass die Sauce nur leise simmert, da starkes Kochen das Fleisch austrocknet.
- Bei beiden Methoden solltest du darauf achten, dass die Flüssigkeit nur leicht köchelt. Durch zu starkes Kochen könnte das Fleisch trocken werden!
- Etwa 15 Minuten vor Ende der Garzeit die Champignons in einer Pfanne mit etwas Olivenöl goldbraun braten und beiseitestellen.
- In derselben Pfanne die Schalotten mit einem Schuss Wasser oder Wein und etwas Butter zugedeckt weich und leicht karamellisiert garen.
- Zum Schluss Champignons und Schalotten vorsichtig ins Boeuf Bourguignon rühren, damit alles von der Sauce überzogen ist. Heiß servieren – ideal mit Salzkartoffeln, Kartoffelpüree oder sogar mit Nudeln.
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Nährwerte
5 Tipps für ein Boeuf Bourguignon, das immer gelingt!
Bevor du loslegst, gebe ich dir die 5 Tipps, die für mich am wichtigsten sind, damit dein Boeuf Bourguignon aromatisch, zart und ganz ohne Stress gelingt.
1. Wähle das richtige Fleisch:
Für ein gutes Boeuf Bourguignon brauchst du ein Stück Schmorfleisch (bitte kein Steak)! Es sollte Bindegewebe bzw. Kollagen und etwas Fett enthalten, damit es beim Schmoren schön zart wird und die Sauce sich von selbst bindet.
Ich lasse mir vom Metzger am liebsten Schulter geben, für mich das beste Stück für Boeuf Bourguignon. Falls es keine gibt, sind Nacken oder Keule ebenfalls super geeignet. Wer ganz traditionell kochen möchte, nimmt Charolais-Schulter – so wurde das Gericht früher im Burgund zubereitet.
Tipp am Rande: In Frankreich heißen die Cuts anders, falls du dort einkaufen gehst, frag dort am besten nach paleron oder gîte.
2. Brate das Fleisch gut an:
Dieser Schritt ist superwichtig für die Röstaromen in der Sauce: Das Fleisch darf ruhig richtig Farbe bekommen – das bringt Tiefe und Geschmack! Ich empfehle, das Rind in zwei, besser noch drei Portionen anzubraten.
Ganz ehrlich: Das ist der aufwendigste Teil im ganzen Rezept, danach geht alles fast wie von selbst!
3. Langsam garen – hier ist Geduld gefragt
Nach dem Anbraten darf das Fleisch nur noch sanft schmoren, bitte keine starke Hitze! Sobald die Sauce große Blasen wirft, ist das ein Zeichen, dass es zu stark kocht. In dem Fall: Hitze runter!
Du hast zwei Möglichkeiten:
- Auf dem Herd bei niedriger Temperatur und alle 30 Minuten vorsichtig umrühren. Vorteil ist das es etwas schneller geht (ca. 1,5 bis 2 Stunden).
- Oder, mein Favorit, im Ofen: Wenn du einen Schmortopf (auf Französisch „Cocotte“) hast, kannst du das Boeuf Bourguignon bei 160 °C langsam garen (es dauert etwa 3-4 Stunden). Einfach abgedeckt in den Ofen stellen und jede Stunde kurz prüfen, ob die Sauce noch sanft köchelt. Wenn nicht: Temperatur etwas reduzieren.
Kleiner Erfahrungs-Tipp: Die Garzeit hängt immer von mehreren Faktoren (Fleischstück, Größe der Würfel, Hitze, Topf…) ab. Deshalb unbedingt kurz vor Schluss prüfen, ob das Fleisch schon schön zart ist. Wenn nicht: einfach weitergaren, glaube mir, es hilft!
Ich erinnere mich noch gut an mein allererstes Boeuf Bourguignon: Meine Gäste sollten in zwei Stunden kommen – aber das Fleisch war noch viel zu hart! Ich war total gestresst, habe dann einfach die Hitze reduziert und es weiter schmoren lassen. Am Ende war es perfekt!
4. Welcher Rotwein passt zu Bœuf Bourguignon?
Hier musst du dir keinen Stress machen! Klassisch wird Boeuf Bourguignon zwar mit Pinot Noir aus dem Burgund gekocht aber es muss nicht genau der sein. Wichtig ist ein Wein, der trocken, fruchtig ist und wenig Tannin hat.
Ich nehme meistens einen nicht zu teuren Rotwein zum Kochen und wähle dann einen etwas hochwertigeren aus der gleichen Region zum Servieren. Neben Pinot Noir finde ich Weine auch Beaujolais (aus Gamay), Côtes du Rhône (aus Syrah) oder ein kräftiger Languedoc (aus Merlot oder Grenache) hervorragend – alles super Alternativen!
5. Bereite es im Voraus zu !
Das ist wirklich die Magie dieses Gerichts: Boeuf Bourguignon schmeckt aufgewärmt sogar noch besser! Deshalb ist es auch eines meiner Lieblingsgerichte, wenn ich Gäste einlade!
Ich empfehle dir, mindestens 5 Stunden vor dem Servieren zu starten. Danach kannst du es ganz in Ruhe abkühlen lassen und später einfach wieder aufwärmen. Wenn du es nur ein paar Stunden stehen lässt, brauchst du es nicht in den Kühlschrank stellen. Über Nacht solltest du es aber besser abgedeckt kühl lagern – und am nächsten Tag bei niedriger Hitze auf dem Herd langsam wieder erwärmen – die Sauce sollte dabei nur leicht köcheln.
Diese Zutaten machen Bœuf Bourguignon zum Klassiker
Für mich sind es genau diese kleinen Zutaten und Details, die aus einem einfachen Rezept ein original französisches Boeuf Bourguignon machen:
- Die Kräuter bzw das Bouquet garni, d.h.Thymian, Rosmarin und Lorbeer zusammen gebunden sowie Knoblauch und Schalotten nicht vergessen!
- Die Möhren bringen eine leichte Süße, die den Wein ausbalanciert.
- Champignons und Schalotten (oder Perlzwiebeln) zum Schluss sind das i-Tüpfelchen.
Kleiner Tipp: Einige Küchenchefs fügen am Ende ein Stück dunkle Schokolade hinzu, um der Sauce Glanz und Tiefe zu verleihen!
Was serviere ich zu Bœuf Bourguignon?
Ich werde oft gefragt, was man am besten zu Boeuf Bourguignon serviert. Hier zeige ich dir meine liebsten Beilagen, von klassisch bis ganz persönlich.
- Mit Kartoffelpüree: Ganz klassisch – und genau das gibt’s auch oft bei mir, wenn ich Gäste einlade. Für eine etwas leichtere Variante mache ich gerne Pastinakenpüree – das bringt eine feine Süße und passt wunderbar zur kräftigen Sauce.
- Mit Polenta: Auch eine tolle Alternative zum Püree – und vor allem: in ein paar Minuten fertig! Perfekt, wenn es mal schneller gehen soll.
- Mit Nudeln: In Frankreich ein echter Klassiker: Boeuf Bourguignon mit Coquillettes – kleine Nudeln, die jedes Kind kennt! Für eine festlichere Variante liebe ich frische Tagliatelle, die die Sauce schön aufnehmen.
- Mit Brot: Ganz rustikal – ein Stück geröstetes Bauernbrot (pain de campagne) zum Dippen. Das mache ich besonders gern, wenn ich die Reste am nächsten Tag serviere!
Häufig gestellte Fragen
Du kannst das Boeuf Bourguignon problemlos 3–4 Tage im Kühlschrank aufbewahren, am besten in einem luftdicht verschlossenen Behälter. Zum Aufwärmen stelle ich es auf den Herd bei niedriger Hitze (Stufe 3–4 von 9) oder in den Ofen bei ca. 100 °C – so für 10–15 Minuten, bis es schön heiß ist, aber nicht kocht. Immer mit Deckel, damit das Fleisch nicht austrocknet.
Ja, das klappt wunderbar! Ich lasse das Gericht komplett abkühlen, bevor ich es in Portionen in gut schließende Behälter oder Gefrierbeutel gebe. Im Tiefkühlfach hält es sich bis zu 3 Monate. Zum Auftauen lege ich es über Nacht in den Kühlschrank und erwärme es dann langsam – wie oben beschrieben.
Der wichtigste Punkt: Die Sauce darf nie richtig kochen, sondern soll nur ganz sanft simmern. Ich kontrolliere regelmäßig, ob sich nur kleine Bläschen an der Oberfläche zeigen. Wenn es stärker blubbert, sofort die Hitze reduzieren. Ein gusseiserner Topf (Cocotte) hilft dabei, die Temperatur gleichmäßig zu halten.
Für mich: ja. Der Wein gibt dem Gericht seine Tiefe und seinen Charakter. Aber: Wenn du es milder magst, kannst du etwa ein Drittel durch Rinderbrühe ersetzen.
Ja, du kannst den Wein einfach durch Rinderbrühe oder -fond ersetzen und mit einem Schuss Balsamico-Essig oder dunkle Sojasauce Tiefe in die Sauce bringen.
Wer BB des öfteren in F aß und es nachkommen möchte, wird an diesem Rezept und dem Ergebnis seine Freude haben. Sehr lecker!
Vielen Dank, Kara. Das freut mich. Bon appétit, Géraldine
Ich habe schon viele verschiedene Bœuf Bourguignon Rezepte ausprobiert, keines ist so gut gelungen wie dieses – es war mit seiner Einfachheit absolut köstlich
Wunderbar, Thomas. Das freut mich sehr, vielen Dank. Bon appétit, Géraldine
Superbe!
Vielen Dank, Margarete, für diesen netten Kommentar. Bon appétit, Géraldine
Der Hammer, alle waren begeistert wie lecker es war
Wunderbar, Christine. Vielen Dank, das freut mich. Géraldine
Liebe Geraldine, das Rezept ist ein Gedicht! Ich koche es gerne zu besonderen Anlässen und Festen.
Merci!
Dankeschön, Barbara, das freut mich sehr. Bon appétit, Géraldine
Sehr gutes Rezept, mit tollen Tipps dabei v.a. zur Weichheit zum Schluss ☺️
Prima, Carolyn, dass Dir das Rezept gefällt und es Dir schmeckt. Danke für den netten Kommentar. Géraldine
Wir haben das Rezept heute nachgekocht. Es war sehr lecker und wir werden das öfter kochen. Vielen Dank!
Danke, Karin, das freut mich sehr. Bon appétit, Géraldine
Super
Vielen Dank, Hannelore. Bon appétit, Géraldine
Super Rezepte und einfach, vielen Dank
Super, Franziska, vielen Dank. Viel Spaß weiterhin. Géraldine
Liebe Geraldine,
herzlichen Dank für dieses wunderbare Rezept von Boeuf Bourguignon! Ich habe mir für meinen Jahresurlaub vorgenommen, eine kleine kulinarische Reise in meiner eigenen Küche zu unternehmen – und dieses Gericht war dabei ein echtes Gedicht. Ich liebe die mediterrane und die französische Küche sehr, und dein Rezept hat genau diesen Zauber perfekt eingefangen. Es hat nicht nur köstlich geschmeckt, sondern war dank deiner klaren und benutzerfreundlichen Anleitung auch sehr angenehm nachzukochen. Ein echtes Highlight meiner „Reise“!
Das ist eine ganz tolle Idee, Carolin. Vielen Dank für diesen ausführlichen und sehr netten Kommentar, freut mich wirklich sehr. Weiter eine gute Reise und viele Köstlichkeiten. Bon appétit, Géraldine
Ein erster Top-Versuch der französischen Küche!
Wunderbar Malfredo, danke. Weiter viel Spaß beim Ausprobieren und Genießen. Géraldine
Eine Frage: Wenn man das Gericht am Vortag zubereitet, wann sollen dann Pilze und Schalotten dazu? Am Ende der Garzeit (also auch am Vortag) oder kurz vor dem Servieren (also erst beim aufwärmen, erst 12 Stunden nach Ende der Garzeit)?
Danke, Florian, für Deine Frage. Ich würde die Pilze und die Schalotten erst vor dem Servieren separat anbraten (nicht am Tag zuvor) und auch erst dann, direkt nach dem Aufwärmen, zum Fleisch in den Schmortopf geben. Viel Erfolg und bon appétit, Géraldine
Ich habe das Gericht nachgekocht, aber der Geschmack ist leicht säuerlich? Muss das so sein?
Danke, Paul, für Deine Rückmeldung. Das Gericht muss nicht unbedingt säuerlich sein. Es kann möglicherweise durch Tomatenmark und die Rotweinsorte leicht säuerlich werden. Dann Tomatenmark reduzieren und eine milde Rotweinsorte wählen. In jedem Fall wünsche ich viel Erfolg und bon appétit beim nächsten Ausprobieren. Géraldine
Wollte ich schon immer mal kochen, heute ist es fällig. Das Fleisch ist bestellt.
Das freut mich, Evelyn, Dankeschön. Ich wünsche Dir dafür viel Erfolg und bon appétit. Géraldine
Super Darstellung! Gut zum nachkochen!
Vielen Dank, Klaus. Das freut mich. Viel Erfolg und bon appétit, Géraldine
Toll. Sehr schönes Rezept. Ich habe es schon zweimal nachgekocht und das Ergebnis war jedesmal perfekt. Als Fleischstück habe ich das Schildstück (Schaufelstück) genommen. Vielen Dank für die guten Tips!
Sehr gerne und vielen Dank, Martin. Prima, dass es so gut schmeckt, freut mich. Géraldine
Exzellent – und ganz einfach. Bin begeistert von dem Rezept.
Das freut mich, Tanja, vielen Dank. Viel Spaß beim Nachkochen, Géraldine
Hi Geraldine, ich bin Thomas aus Deutschland, folge dir auf Insta und würde das Bœuf Bourguignon gern ausprobieren. Leider wird die Zutatenliste nicht auf Deutsch übersetzt. Könnte das noch korrigiert werden?
Viele Grüße
Ups, ist jetzt geändert. Jetzt kannst du die Rezeptkarte auf Deutsch lesen! Sage mir gerne Bescheid, wie es war, wenn du es nachkochst. Liebe Grüße, Géraldine